Die fragile Ruhe des Junis ist in acht Tagen zerfallen. Seit dem 8. Juli ist die Waffenruhe formell für beendet erklärt, die Blockade der Straße von Hormus ist zurück, und Tanker wurden in drei Angriffswellen getroffen.
HormuzEye hebt den Risikowert für die Straße von Hormus von 72 auf 84 an.
Status Straße von Hormus: was sich nach dem 8. Juli änderte
Die Reihenfolge zählt, weil jeder Schritt einen Ausweg schloss, den der Markt noch als offen eingepreist hatte.
- 7. Juli — Raketen der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) treffen Schiffe nahe Hormus. Der katarische LNG-Tanker Al Rekayyat und der saudische Tanker Wedyan werden getroffen, während Friedensgespräche noch laufen.
- 8. Juli — Präsident Trump erklärt die Waffenruhe mit Teheran für beendet.
- 12. Juli — Zweite Angriffswelle; der kommerzielle Verkehr auf der omanischen (südlichen) Route kommt praktisch zum Erliegen.
- 13. Juli — Transite fallen auf 14 Schiffe am Sonntag, rund 60 % unter der Vorwoche (Kpler). Die USA melden mehr als 8 Millionen Barrel, die unter Militärbegleitung passierten.
- 14. Juli — Iranische Marschflugkörper treffen zwei liberianisch beflaggte VLCCs — Very Large Crude Carrier — (Mombasa B, Al Bahyah) in omanischen Gewässern — ein indischer Besatzungsangehöriger getötet, acht verletzt. Am selben Tag um 20:00 UTC setzt Washington die Seeblockade gegen iranisch verknüpfte Schiffe wieder ein und streicht den angekündigten 20-%-Transitgebührplan.
Den Juni-Rahmen, der den Korridor kurz wieder öffnete, dokumentiert unsere Analyse des Iran–USA-14-Punkte-Abkommens.
Was sich am Bedrohungsprofil geändert hat
Der Kernpunkt für Leser ist die Zielauswahl. Mombasa B und Al Bahyah hatten keine US-, britische oder israelische Eigentümerbindung — beide fuhren AIS-dunkel — mit ausgeschalteten Tracking-Transpondern — (11 bzw. 7 Tage).
Die IRGC trifft nun non-compliant / dunkel fahrende Schiffe statt nach Nationalität zu selektieren. Das ändert die Risikorechnung für jeden Reederei — nicht nur für westliche.
Wie der Markt Eskalationswahrscheinlichkeiten vor dieser Woche noch kartierte, zeigt unsere Hormus-Szenariokarte für Anleger.
Die Zahlen
Physische Lage und Versicherung haben sich schneller bewegt als der Futures-Strip.
- Transitvolumen: etwa 10 Schiffe/Tag um den 12. Juli gegen eine Baseline von ~88 (IMF PortWatch, große Fracht-/Tanker) — 11 % des Normalwerts.
- Kriegsrisikoversicherung: 8× Vorkrisenniveau; sechs P&I-Clubs, die Unterversicherer der meisten weltweiten Tanker, haben Deckung zurückgezogen.
- Brent: ~85 $ — auffällig ruhig angesichts der physischen Lage; Futures preisen weiterhin ein diplomatisches Ergebnis ein.

Methodischer Hinweis: Vorkrieg kursieren zwei Baselines — ~88/Tag (PortWatch, nur große Fracht-/Tankerschiffe) und 120–140/Tag (Gesamtverkehr inkl. kleinerer Schiffe). Beide korrekt, unterschiedliche Messmethode. HormuzEye nutzt die PortWatch-Baseline für Prozentangaben.
Schlagzeilen, die beide Baselines vermischen, über- oder unterzeichnen den Rückgang je nach Autorenwahl. Wir bleiben bei PortWatch.
Diese Ruhe im Brent ist dieselbe Fehlbewertung, die wir markierten, als der Markt noch Frieden bei 73 $ einpreiste — nur hat sich die physische Evidenz seither verhärtet.
Warum der Risikowert auf 84 steigt — und nicht auf 95
Treiber nach oben:
- Waffenruhe formell tot
- Erstes tödliches Besatzungsopfer dieser Phase
- US-Blockade wiedereingesetzt
- Versicherungsmarkt zieht Deckung zurück
Dämpfende Faktoren:
- Die USA halten einen begleiteten Korridor operativ (~15 Mb/d gesamte Golf-Ausfuhr laut Energy Department)
- Diplomatische Kanäle sind nicht vollständig geschlossen
- Brent-Futures zeigen keine Panik
Simulieren Sie die neue Kalibrierung selbst im Hormuz Risk Monitor & Scenario Simulator.
Die Frage ist nicht mehr, ob die Meerenge umkämpft bleibt, sondern ob die neue IRGC-Ziel-Logik — Compliance statt Flagge — de facto ein iranisches Genehmigungsregime unter den Augen der US-Navy etabliert.
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